Was bedeutet Resilienz im Rahmen einer Kommunalverwaltung?
Zuerst ist die kommunale Verwaltung samt ihren Aufgaben, Zuständigkeiten und Handlungsbereichen zu betrachten: Eine kommunale Verwaltung ist mit vielen verschiedenen Aufgaben betraut, z. B. Breitbandinfrastruktur, Gesundheitswesen, Digitalisierung, Energie(-wende), Klima- und Umweltschutz. Zudem agiert sie innerhalb des Beziehungsdreiecks „Kommunalverwaltung, Kommunalpolitik und Zivilgesellschaft“ (Bertelsmannstiftung, 2014). Dabei verfolgt jede:r Akteur:in eigene Ziele und Interessen, die durch institutionelle Regeln bestimmt sind, wodurch Entscheidungen und Handlungen mitbestimmt werden (vgl. ebd.). Eine Kommunalverwaltung ist zumeist noch immer stark von hierarchischen Strukturen geprägt, die u. a. eine agile Zusammenarbeit erschweren (Bertelsmannstiftung, 2014; Friedrich-Ebert-Stiftung, 2011). Der Verwaltungsaufbau ähnelt sich in der Regel in allen Kommunen. Es gibt einen Chef oder eine Chefin, welche in diesem Fall der / die (Ober-)Bürgermeister:in ist. Abteilungen werden in Fachbereiche oder Dezernate aufgeteilt, welchen Ämter untergeordnet sind und somit spezifische Aufgabenbereiche.
Bei Resilienz, und damit auch bei Kommunalverwaltungen, geht es insgesamt nicht um die Wiederherstellung des “Urzustands”, sondern um die Entwicklung eines grundsätzlichen stadtprozess-begleitenden Denkrahmens. Dieser alle städtischen Sektoren umfassende Denkrahmen ist ein ganzheitlicher Denkansatz des Stadtsystems, zur Erfassung von Situationen und Herausforderungen im Gesamtkontext (Kegler et al., 2014).
Weiterführend ist für eine resiliente Kommunalverwaltung mit ihren Mitarbeitenden notwendig, u. a. folgende Bausteine anzunehmen, um auf Krisen und Risiken vorbereitet zu sein: Kontinuierliche Weiterbildung, offene Arbeitskultur, Überwindung von Silodenken, digitalisierte Prozesse und gute Führung (Stichwort: Change-Management) (Sopra Steria, 2021; Nell, Cetin & Renz 2022). Zentral hierbei ist vor allem aber auch die Kommunikation, und zwar nicht nur innerhalb der Verwaltung selbst, sondern auch nach außen, sodass bei der Bewältigung einer Schadenslage die Bevölkerung, aber auch die Spontanhelfenden informiert bzw. koordiniert werden können. Im Kontext des oben genannten Denkrahmens verändert und entwickelt sich die Stadt in sogenannten harten (bspw. Kommunalplanung, Gesundheitssystem, technische Infrastruktur u. a.) und weichen (z. B. Identität, Soziales Kapital, Kultur etc.) Sektoren, und zwar sowohl innerhalb der einzelnen Sektoren als auch in der Interaktion zwischen den Sektoren: Denn nur dadurch kann eine Kommunalverwaltung als stabil, lern- und zukunftsfähig, zuverlässig, robust, gut koordiniert und kommuniziert definiert werden.